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Reverse-Charge / Umkehr der Steuerschuldnerschaft (UStVA, DATEV...)

Das Reverse-Charge-Verfahren wird als die Umkehrung der Steuerschuldnerschaft bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Spezialregelung im Umsatzsteuerrecht. Nicht der Unternehmer, der die Leistung erbringt zahlt die Umsatzsteuer, sondern der Empfänger der Leistung muss die Umsatzsteuer errichten. Mehr dazu in unserem Lexikon.

Reverse-Charge in sevDesk bei Eingangsbelegen

Beim Verbuchen von Eingangsbelegen in sevDesk kann man wählen, nach welcher Umsatzsteuerregelung dieser Beleg verbucht werden soll. Diese Auswahl hat Auswirkungen auf den DATEV-Export, die UStVA und die Zusammenfassende Meldung.

Wenn man Reverse-Charge auf seine Eingangsrechnungen anwenden möchte, ist es notwendig dafür eine Umsatzsteuerregelung anzulegen. Das kann man direkt in der "Beleg erfassen"-Maske auf dem Link "Umsatzsteuerregelung anlegen" oder in den Einstellungen im Bereich "Buchhaltung" vornehmen. 

Beim Anlegen muss ein Beschreibungstext (für die eigene Betitelung), ein Steuersatz (19%,7% etc.) und das entscheidende UStVA-Feld gewählt werden. Bei der Auswahl gibt es einige 3er Kombinationen (z.B. 46 / 47 / 67). Die 3er Kombinationen sind alle für den Reverse-Charge-Fall gedacht und funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip. Der Netto-Betrag wird auf das erste Feld gemeldet (z.B. 46) und die Umsatzsteuer auf das zweite Feld (z.B. 47). Für die Umkehr der Umsatzsteuer, wird der USt-Betrag aus dem zweiten Feld auch in das dritte Feld (z.B. 67) als Vorsteuer gemeldet. Der Betrag aus dem zweiten und dem dritten Feld gleichen sich somit wieder aus. 

Welche dieser 3er Kombinationen für dich zutreffend sind, muss im Einzelfall entschieden werden. Hier kann ein Steuerberater und ggf. auch das Finanzamt dir eine Auskunft erteilen. 

 

6 Kommentare

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    Sascha Hermann

    Liebes Sevdesk-Team,

    leider ist hier nur von Eingangs-Belegen die Sprache. Ich ziehe derzeit meine Buchhaltungssoftware zu euch um und würde eine solche Reverse-Charge Regelung gerne für Ausgangs-Rechnungen, welche ich noch mit meiner alten Software im Januar erstellt hatte, einrichten. Können Sie mir hierzu bitte Info geben?

    Es handelt sich um eine Rechnung, ohne ausgewiesene MwSt. an einen holländischen Unternehmer. D.h. ich aktiviere den Regler bei "Rechnungen" und gebe Steuersatz "0" ein (da er die Umsatzsteuer ja bei sich selbst errichtet)? Welche Feld-Nummern sind bei ausgehenden Rechnungen anzugeben?

    Vielen Dank vorab,
    freundliche Grüße

  • 1
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    Sascha Hermann

    okay, ich konnte mir die Frage inzwischen selbst beantworten. Bei Leistungs-Rechnungen für EU-Staaten ist das Feld 21 anzugeben, bei Drittstaaten (Nicht EU-Staaten) das Feld 45. Evtl. können Sie diese Vorlagen ja künftig bereits standardmäßig in die System-Vorlagen übernehmen? Grüße

  • 1
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    David Zielke

    Hi Sascha. Ich habe mir das auch selber "beigebracht". Ich würde es auch sehr begrüßen, wenn diese USt-Regel (Feld 21) direkt verfügbar wäre... So wär auch direkt klar, dass es zwei verschiedene Fälle gibt, eben diese die du oben beschreibst.

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    sevDesk Team

    Hallo Sascha, 

    Hallo David, 

     

    danke für Eure Rückmeldungen. Ich werde Eure Wünsche weiterleiten.

     

    Viele Grüße

    Benjamin

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    consulting

    Hallo sevDesk Team,

    gibt es schon eine Neuigkeit zu dem Umsatzsteuerregelungen, damit diese nicht von jedem Nutzer einzeln "erforscht" und angelegt werden müssen.

     

    Wenigstens die gängigsten und die, die auch schon hier diskutiert wurden.

    Es macht auch meiner Sicht keinen Sinn aus Vereinfachungsgründen für unerfahrene Nutzer einen reduzierten Kontenrahmen von sevdesk anzubieten, aber doch recht komplexe Themen wie Umsatzsteuerschlüssel fast gar nicht im Standard auszuliefern. Natürlich immer mit dem Hinweis an den Nutzer, das er die Richtigkeit vor der Übermittlung an das FA selbst zu prüfen hat.

     

    Aber es wäre eine Hilfe, die man von einer doch recht ordentlichen und professionell wirkenden Software wie sevdesk erwarten würde.

     

  • 1
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    t.drossel

    Wenn man Bauleistungen in Deutschland erbringt und darüber Rechnungen erstellt, muss unter "Einstellungen/Buchhaltung/.../Umsatzsteuerregelung" eine neue Umsatzsteuerregelung "Bauleistung" angelegt werden. Hier ist darauf zu achten, dass das Feld 60 der Umsatzsteuervoranmeldung angegeben wird!

    Ist diese angelegt und gespeichert, kann sie bei den Kundendaten unter Kontakt erstellen/Zahlungsinformationen grundsätzlich ausgewählt werden. Dann wird bei jeder Rechnung diese Umsatzsteuerregelung verwendet. Allerdings kann man bei jeder Rechnung diese Umsatzsteuerregelung unter "weitere Optionen einblenden" auch wieder geändert werden. Hier muss man also entscheiden, ob bei Kunden ständig oder nur hin und wieder Bauleistungen erbracht werden. Je nachdem stellt man es bei den Kundendaten oder bei jeder Rechnung, wo es zutrifft, ein.

    Wichtig ist, dass auf den Rechnungen ein Text zu dieser Regelung gedruckt wird. Z.B. im Fußtext den Satz:
    "Bei den oben genannten Leistungen handelt es sich um eine Bauleistung im Sinne von §13b UStG, es liegt eine Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers vor."

    Natürlich muss nun noch ein Artikel "Bauleistung erstellt werden, wo 0% Umsatzsteuersatz hinterlegt ist.

    Das war's! Allerdings hat das keiner von der Hotline bei SevDesk auf der Pfanne! Wenn man danach fragt, kommt immer zur Antwort: "Da fragen Sie doch bitte Ihren Steuerberater!"

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